hosted by: www.uboot.com   www.uboot.com  
MikeTheSad
user status:  user status 
 Truth is what matters
 offline  visits: 228.526  

MikeTheSad » blog » das finanzamt


     
08.08.2007 12:24

Die Sickergrube der Schutzgeld-Erpresser

Manchmal sitzt du abends allein vor dem Fernsehgerät und denkst, du bist mutterseelenallein auf dieser Welt. Doch sei gewiss, es stimmt nicht, denn es gibt jemanden, der stets an dich denkt und deine Vernich­tung will: Das Finanzamt.


Flächendeckend hat sich die staatliche Schutz­geldtruppe bis in jede Ritze unseres Alltags vorgearbeitet, nährt sich von unserem Lungenkrebs und bestraft jeden, der zu dämlich ist, in Monaco zu wohnen. Auffällig ist vor allem der rüpelhafte Ton, in dem das Ge­schmeiß seine Erpresserbriefe abfasst - für jemanden, der keinen Heller zur Mehrwertschöpfung des Landes beiträgt, doch erstaunlich. Das Arsenal der Folterknechte reicht vom sich selbst vermehrenden Säumniszuschlag bis zu willkürlich festgelegten Krediten, die dem Staat zu gewähren sind.

Während Großkonzerne wie BMW ihr Steueraufkommen lässig auf ein Zehntel zurückfahren, hagelt es für die Morlocks Solidarzuschläge, Kinderlosenabgaben und ca. dreitausend andere erpresserische Anschläge. Angeb­lich werden mit dem Reinerlös Kindergartenplätze und sonstige Knuddel-Projekte finanziert, versucht der Krake uns weiszumachen. Papperlapapp. Mit einem Teil der Moneten versilbert sich das bürokratische Gesindel so­fort und direkt den Allerwertesten, ein weiterer Teil wird mit Hubschrau­bern über marodem Industriegelände abgeworfen, und der größte Batzen wird im Finanzamt unter lautem Grölen verbrannt - aus Schlechtigkeit.

Nun versucht der Staat seit Jahrzehnten vergeblich, seinen Bürgern klarzu­machen, bei Steuerhinterziehung handele es sich mitnichten um ein Kava­liersdelikt, sondern um ein Verbrechen. Angesichts der Milliarden, die vor unser aller Augen täglich in die Grütze gehauen werden, sicher eine ernst­hafte Herausforderung für jede PR-Agentur. So werden uns in den Medien auch dauernd so genannte Lebemänner vorgeführt, die angeblich zig Mil­lionen Mark Steuern hinterzogen haben. Alles Lüge, nur dilettantische Promotion-Manöver des Finanzamtes, um den Steuerverweigerer als unsympathischen Schnorrer zu stigmatisieren. Doch so leicht lässt sich das Volk nicht täuschen. Wer heute nicht seine kargen Vermögenswerte ins Ausland transferiert, um sie vor dem dritten und vierten Zugriff des Fi­nanzamtes zu retten, wird übereinstimmend als Idiot angesehen.

Solange dieser Staat seinen Bürgern kein faires Angebot macht, wie der ganze Mist hier zu finanzieren ist, und statt dessen jeden zum Belegfuzzi und Fahrtenbuchdeppen degradiert, so lange muss er sich nicht wundern, dass die »Steuermoral« (haha, was für ein Wort aus dem Wörterbuch des Herrenmenschen) ganz weit unten liegt im Kollektivgewissen. Das Deut­scheste aber am staatlichen Eintreiberwesen ist der »Bund der Steuerzah­ler«. Dass es tatsächlich einen Verein dieses Namens gibt, wollte ich jahre­lang nicht für möglich halten. Nun gut, dachte ich mir dann, die armen Schweine werden gezwungen, dort einzutreten, oder können wenigstens ihren Ersatzdienst im Verein ableisten. Nix da. Das ist alles freiwillig. Kaum zu glauben. Das ist in keinem anderen Land möglich. Vielleicht gibt es hier demnächst eine »Interessengemeinschaft der Leute, die sich freiwillig in die Fresse schlagen lassen«.



7 kommentare   0 trackbacks