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MikeTheSad
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MikeTheSad » blog » neulich in afghanistan


Opium-Rekordproduktion in Afghanistan


Deutschland ist gut - die BRD hilft überall auf der Welt, vor allem in Afghanistan: »Deutschland engagiert sich seit 2002 in Afghanistan«, heißt es auf der Website der Bundesregierung: »Terrorbekämpfung, Wiederaufbau des Landes sowie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung dieser Region sind die zentralen Aufgaben. (...)
Bis zum Jahr 2001 war Afghanistan die wichtigste Operations- und Trainingsbasis des internationalen Terrorismus. Das Eingreifen der internationalen Gemeinschaft hat die Schreckensherrschaft der Taliban beendet und den Terroristen die operative Basis weitgehend entzogen.« Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute...



Damals verfolgten euch die staatlichen Spitzel auf der Frankfurter „Haschwiese“ und heute hilft Deutschland dem weltgrößten Opiumproduzenten auf die Beine. Ich gebe zu, man kann es mir nie recht machen. So ziemlich das Einzige, was den verpönten Taliban von Kennern des Landes zugute gehalten wurde, war, dass sie bis zum segensreichen Eingreifen von George W. Bush und der mutigen Bundeswehr den Opiumanbau zum Erliegen gebracht hatten: »Die Taliban hatten die Opiumernte präzise auf null reduziert«, schreibt der ehemalige britische Botschafter im Nachbarland Usbekistan und intime Kenner der Region,
Craig Murray. Ob nun null oder auch 150 Tonnen (wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Opium-Export aus Afghanistan für das Jahr 2001 beziffert), im Vergleich zu den 4500 Tonnen von 1999 war das so gut wie nichts.



Die Methoden der Taliban bei der Drogenbekämpfung würde er zwar »nicht für gut heißen«, so Murray, »denn sie beinhalteten, den Leuten Körperteile abzuschneiden, oft lebenswichtige Körperteile. Die Taliban waren ein Haufen verrückter und extrem widerlicher religiöser Fanatiker. Aber eine der Sachen, die sie vehement bekämpften, war Opium.«

Soso. Derart reinen Wein bzw. sauberen Informations-Stoff hat uns ja schon lange niemand mehr serviert. Neben ihrer Weigerung, eine 01-pipeline durch Afghanistan zu führen, war das keine gute Grundlage für eine tiefe Freundschaft der Taliban zu George W. Bush. Denn von den illegalen Drogengewinnen profitieren vor allem die Geheimdienste, denen die Familie Bush eng verbunden ist. Mit den schwarzen Gewinnen und dem Elend der Jugendlichen in den Industriestaaten finanzieren die Dienste die Operationen, mit denen sie weltweit Demokratien unterwandern und bekämpfen.

Freilich: Auch die afghanische US-Vasallenregierung von Hamid Kar-zai versuche seit ihrem Amtsantritt, das Drogen-Problem zu lösen, versicherte die Deutsche Welle. Diese Lösung sieht so aus, dass Afghanistan sechs Jahre nach dem Amtsantritt dieser Regierung seine Opiumproduktion von null auf eine Rekordproduktion von 8200 Tonnen gesteigert hat. Das meldeten die Vereinten Nationen in ihrem Opium-Jahresbericht am 27. August 2007.



Afghanistan stieg damit zum größten und einzigen Opiumproduzenten von Rang auf. »Mit dem afghanischen Außenhandel, bis 2001 fast vollständig zum Erliegen gekommen«, gehe es »aufwärts«, freut sich die Bundesregierung auf ihrer Website. Hm, aber welcher Außenhandel könnte da gemeint sein? Der wichtigste afghanische Außenhandel, der bis 2001 fast vollständig zum Erliegen kam, war der mit Opium. »Die Exporte steigen seit 2001 um jährlich 10 bis 30 Prozent«, jubelt die Bundesregierung. »In der gleichen Zeit ist auch das Bruttoinlandsprodukt jährlich mit zweistelligen Raten gewachsen. Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich auf geschätzte 230 Euro pro Jahr nahezu verdoppelt.« Was man erstens gerne glauben mag und was zweitens beweist, dass es nicht die Opiumbauern sind, die bei dem Spielchen reich werden.

Und auch nicht das Land Afghanistan. 8200 Tonnen Opium bedeuten für Afghanistan auf der Basis der Zahlen für 2006 Einnahmen von gerade mal 615 Millionen US-Dollar. Aus den 8200 Tonnen Opium werden aber anschließend etwa 820 Tonnen Heroin hergestellt. Und das ergibt wesentlich mehr als 615 Millionen US-Dollar. Legt man einen - niedrigen - Endverbraucherpreis von etwa 112 US-Dollar pro Gramm in den westlichen Staaten zugrunde, macht das einen Endverbraucherumsatz von 92 Milliarden US-Dollar. Da nur rund eine halbe Milliarde davon in Afghanistan bleibt, heißt das, dass mit dem Opiumanbau in Afghanistan jedes Jahr etwa 91,5 Milliarden US-Dollar verdient werden.

Je nach Endverbraucherpreis gehen andere Quellen von einem Endverbraucherumsatz von etwa 137 Milliarden US-Dollar pro Jahr aus, also rund 100 Milliarden Euro. Wo das Geld genau hängenbleibt, wäre mit Sicherheit interessant festzustellen. Im Vergleich dazu sind die 1,9 Milliarden Euro, die der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan bislang gekostet hat, nur Kleingeld.



Mit »Wiederaufbau des Landes« dürfte nach Lage der Dinge vor allem der Wiederanbau und mit »wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung« (Bundesregierung) die explodierende Opium-Produktion gemeint sein. Das afghanische Wirtschaftswachstum resultiert im Wesentlichen aus dem Wachstum der Mohn-Pflanze. Deutschland sei »auch in Zukunft zu seinem nachhaltigen zivilen und militärischen Engagement bereit, damit Afghanistan nicht wieder zu einem Ausbildungszentrum des Terrorismus zurückfällt«, heißt es in einer Pressemitteilung des Verteidigungsministeriums: »Afghanistan darf nicht wieder extremistischen Kräften überlassen werden« - die einfach die schönen Opiumfelder platt machen, darf man hinzufügen.



Nach der Absetzung der Taliban-Regierung stammen heute rund 93 Prozent der globalen Opium-Produktion aus Afghanistan. Die meisten Mohnfelder befinden sich in einem Landesteil, der immer wieder als der besonders »umkämpfte Süden« bezeichnet wird, so, als müssten dort die Kräfte des Guten (US A u.a.) die Kräfte des Bösen (Taliban und Terrorismus) niederringen.

Aber warum ist der Süden so »kriegerisch«? Vielleicht, weil sich dort nicht weniger als 80 Prozent der afghanischen Mohnfelder befinden? Umgerechnet also der Grundstoff für einen 100-Milliarden-Dollar-Umsatz? Ein solcher Schatz braucht natürlich eine starke Schutztruppe, wodurch die Hilferufe der USA nach Verstärkung durch beispielsweise Deutschland verständlich werden. Da stellt sich natürlich die Frage: Was machen eigentlich unsere seit dem 20. April 2007 einsatzbereiten Bundeswehr-Tornados in Afghanistan?



Nach Lage der Dinge werden sie bei ihren Überflügen zwangsläufig die Opiumproduktion mit überwachen. Vor allem den Süden Afghanistans kann man kaum überfliegen, ohne Opiumfelder zu fotografieren. Für die Bekämpfung des »Terrorismus« sind sie vielleicht ein wenig langsam, da ihre Filme nach der Landung erst entwickelt werden müssen: »Operationelle Einschränkungen des zurzeit in der Luftwaffe genutzten Aufklärungssystems ergeben sich aus der fehlenden Datenübertragung (Link-Fähigkeit) für die Sensordaten und aus der Aufzeichnung dieser Daten auf Nassfilm«, heißt es in einem Luftwaffenpapier über den Tornado-Aufklärungsjet. »Dieser im Aufklärungsbehälter befindliche Film kann erst nach Rückkehr des Flugzeuges am Boden entwickelt werden. Hierdurch entsteht ein deutlicher Zeitverlust, der sich durch die Nutzung von Nassfilmen als Aufzeichnungsmedium nachteilig auf das Informationsalter auswirkt. Der große Vorteil des Nassfilm- Verfahrens besteht jedoch in einer sehr hohen Auflösung, die von modernen elektrooptischen Sensoren bis heute nicht erreicht wird.«




Die Bundeswehr arbeite durchaus »auch mit Warlords und Drogenbaronen zusammen, denen gegenüber sie eine Politik der gegenseitigen Toleranz betreibt«, schrieb die World Socialist Website am 23. März 2007. Das mag man gern glauben; ohne die Duldung, wenn nicht gar Förderung der Besatzungsmächte wäre der Drogenboom wohl kaum möglich gewesen: »Sie dürfen weiter ihre Geschäfte mit Waffen und Drogen machen, unternehmen dafür aber nichts gegen die schwache Zentralregierung Hamid Karzais. Im Jahr 2006 wurde in Afghanistan so viel Opium produziert, wie niemals zuvor.«



»Deutschland wird am Hindukusch verteidigt« - aber nicht vor harten Drogen, darf man hinzufügen. Im Jahr 2006 wurde in Deutschland fast eine Tonne (879 Kilogramm) des Opium-Produkts Heroin beschlagnahmt, 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch wenn der Stoff zum Beispiel aus der Türkei kommt, stammt der Grundstoff (das Opium) meistens aus Afghanistan. Nach Angaben von Drogenexperten erfolgt die Versorgung des deutschen Marktes »nach wie vor maßgeblich mit Heroin afghanischen Ursprungs«.

250.000 bis 300.000 Menschen konsumieren hierzulande harte Drogen, 175.000 gelten als abhängig. Wie sich das mit dem Verteidigungsauftrag der Bundeswehr und dem Amtseid des Verteidigungsministers vereinbaren lässt, ist nur schwer zu verstehen, denn der lautet ja nicht, Schaden vom Drogenhandel, sondern vom deutschen Volk abzuwenden (Art. 56 GG).

Und was die Aufbauhilfe für Afghanistan angeht: »Schon jetzt hat sich das Leben vieler Menschen deutlich verbessert«, meint die Bundesregierung. Wie man's nimmt: Inzwischen sind auch eine Million Afghanen drogenabhängig.

»Wer ermöglicht die größte Heroinschwemme aller Zeiten?«, fragte der Schriftsteller und Journalist Mathias Bröckers am 9. August 2007 in seinem »Writers Blog«: »Richtig - es sind die Militärs der USA, Großbritanniens und der deutschen Bundeswehr, die mit dem Geld ihrer Steuerzahler dafür sorgen, dass in Afghanistan so viel Heroin produziert wird wie nie zuvor. Vor der Invasion des Landes wurde in Afghanistan nur Mohn angebaut und Opium exportiert, jetzt verarbeiten große Fabriken den Rohstoff zu Heroin. Die Kolonnen schwarzer Jeeps, die den begehrten Stoff dann über Usbekistan Richtung Westen transportieren, werden an der Grenze nicht kontrolliert - an dem hochmodernen, mit EU-Geldern finanzierten Kontrollequipment zur Eindämmung des Drogenhandels werden sie vorbeigewunken.«



Das ist aber noch nicht alles. Denn es gibt da noch einen weiteren »ungeheuerlichen Verdacht« (FAZ). Und zwar sieht es so aus, als könnte auf afghanischen Äckern »eine völlig neue, hochgezüchtete Generation von Hochleistungsmohn wachsen«, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 23. März 2007. Der Ethnologe und Arzt Michael Pohly von der Freien Universität Berlin (FU) halte »es für möglich, dass irgendwo auf der Welt Pflanzenzüchter im Dienst von Drogenkartellen daran arbeiten, den Opiumgehalt der Pflanzen zu steigern. >Es spricht viel dafür, dass neuartige, leistungsfähigere Sorten der Mohnpflanzen gezielt gezüchtet werden, um die Erträge zu erhöhen<, sagt er. Das Know-how für die Zucht existiere in Afghanistan selbst wahrscheinlich nicht. >Es muss wohl einen Import von Schlafmohn-Saatgut nach Afghanistan hinein geben<, sagt er.« Kurz: »Neuartiges Saatgut für leistungsfähigere Pflanzen könnte ein wichtiger Faktor für den Opiumboom in Afghanistan sein«, so Pohly. »Bis 2005 brauchte man für ein Kilogramm Heroin zehn Kilogramm Opium, inzwischen nur noch sieben Kilogramm«, rechnet der Opiumexperte Hakan Demirbuken, der für die UN von Kabul aus den Mohnanbau beobachtet, laut FAZ vor. Da soll noch einer sagen, Afghanistan mache keine Fortschritte.



Just als 2006 die Trockenheit in Zentralafghanistan und im Westen des Landes dafür sorgte, dass die Hektarerträge sanken, seien »erstmals bei offiziellen Untersuchungen Mohnsorten mit einem extrem stark erhöhten Morphiumgehalt« aufgetaucht, »die den Fachleuten der Vereinten Nationen Rätsel aufgeben«, so die FAZ. Der Deutsche Michael Pohly sei da schon etwas weiter: Er wisse bereits »über sein weitverzweigtes Kontaktnetz in Afghanistan, dass Bauern für eine neuartige Sorte den Namen >Amerikanischer Mohn< benutzen«. »Diese Sorte ist erstmals nach der westlichen Invasion 2001 in Afghanistan aufgetaucht und heißt vielleicht nur deswegen so«, zitiert die Frankfurter Allgemeine Pohly.


Liebend gern würde der Wissenschaftler die Herkunft dieses »SuperMohns« genauer untersuchen - allein, es fehlt das Geld. »Deshalb können wir es nicht so intensiv verfolgen, wie wir es uns wünschen würden«, teilte er mit. »Es dauert daher noch etwas, bis die ersten Ergebnisse vorliegen werden.« Offensichtlich fließen die Forschungsmittel hier nicht so reichlich wie in der staatlich erwünschten Klimaforschung. Am 7. Oktober 2007 meldete Spiegel Online, Verteidigungsminister Jung glaubt noch immer an einen Erfolg der Mission in Afghanistan. Wie der aussehen soll, kann jedoch keiner erklären...



Tja, wie könnte der aussehen? Wie wäre es mit noch mehr Heroin für unsere Jugendlichen, zerstörte Familien, Elend, Beschaffungskriminalität und Goldenen Schüssen?




Und so wird uns dieser bizarre Krieg gegen den "Terror"
per Gehirnwäscher schmackhaft gemacht:



Ex-DEA Head Admits CIA Imported Cocaine

 
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