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10.04.2008 14:31
Ein Angriff auf den RechtsstaatWolfgang Schäuble (CDU) war am Ende. Vor aller Öffentlichkeit räumte er ein, einen dicken Geldumschlag erhalten zu haben. Von einem Waffenhändler. Bei der CDU tauchte die angebliche Spende nie auf. Das Geld blieb für immer verschwunden. Bald darauf trat Wolfgang Schäuble zurück. Vor dem Bundestag entschuldigte er sich, »dass unter der Verantwortung der CDU Gesetze gebrochen wurden«. Schäuble? Der Wolfgang Schäuble? Der Kettenhund des Bush-Zäpfchens Angie?!? Der Innenminister, oberste Gesetzeshüter, Dienstherr des BKA, der Bundespolizei, der Geheimdienste und Terror-Bekämpfer der FDJ-Merkel-Regierung? Hatte ER Geld von Waffenhändlern genommen, also von den natürlichen Verbündeten von Terroristen? Unmöglich. Geld, das entgegen gesetzlicher Vorschrift nicht in den Rechenschaftsberichten der CDU auftauchte? Nicht zu glauben. Und musste deshalb als CDU-Vorsitzender und Fraktionschef zurücktreten? Das muss ein Irrtum sein. Leider ist es kein Irrtum. Die meisten haben es nur längst
vergessen. Es ist ja auch schon eine ganze Weile her. Nur, um Ihnen zu zeigen,
wer heute wieder im Innenministerium den starken Mann markiert: Am 10. Januar
2000 erklärte Schäuble, von dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber 1994 100000
Mark (rund 50000 Euro) in bar für die CDU angenommen und an die
CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister weitergegeben zu haben. Die Spende
tauchte aber nicht im CDU-Rechenschaftsbericht auf. Wo sie hinkam und ob sie in
Schäubles private Taschen floss, weiß man nicht. Am 20. Januar 2000
entschuldigte sich Schäuble vor dem Bundestag (siehe oben). Am 16. Februar 2000
verkündete er seinen Rückzug von den Ämtern des CDU-Fraktions- und Parteichefs.
Am 10. April 2000 löste Angela Merkel Wolfgang Schäuble als CDU-Vorsitzende ab. ![]()
Nun hätte Wolfgang Schäuble politisch damit ein erledigter Fall sein müssen. War er aber nicht. Nun könnte man sagen, das Ganze ging als »CDU-Parteispendenaffäre« in die Geschichte ein. Ging es aber nicht. Wie man an dem 2007 wieder unverfroren agierenden Schäuble sieht, ging es eben nicht in die Geschichte ein. Im Fall Schäuble hätte man ja nun wirklich gewarnt sein können. Aber immer wieder entfalten der Bundestag und die in ihm verwurzelten Parteien ihre geheimnisvolle Qualität als Biographie-Waschanlagen und Gedächtnislöcher, so dass auch die dubiosesten Figuren immer wieder obenauf schwimmen. Das gilt auch für den heutigen Verteidigungsminister Franz Josef Jung. Genau wie Schäuble war auch er in die CDU-Parteispendenaffäre verstrickt, und zwar in ihrer hessischen Variante. Genau wie Schäuble musste auch er deswegen zurücktreten, und zwar als hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei (September 2000). Heute beherrschen beide als die mächtigsten Minister der Regierung die Republik. Im Bundesinnenministerium haben umstrittene Persönlichkeiten Tradition. Unvergessen der legendäre CSU- und frühere NSDAP-Mann Hermann Höcherl mit dem traurigen Bulldoggengesicht. Während der Spiegel- Affäre 1962 erklärte er, die Verhaftung des Spiegelredakteurs Conrad Ahlers in Spanien sei etwas außerhalb der Legalität erfolgt. In einer weiteren Affäre 1963 soll er die Meinung vertreten haben, »Verfassungsschützer können nicht ständig das Grundgesetz unter dem Arm tragen«. Nun, von einem Verfassungsschützer wäre das ja wirklich ein bisschen zu viel verlangt. Einer seiner Nachfolger (1982-1989) war das frühere NSDAP-Mitglied Friedrich Zimmermann, dem ein Meineid den Spitznamen »Old Schwurhand« einbrachte. Sein Nachfolger wurde Wolfgang Schäuble. Dessen Steckenpferd waren schon immer Grundgesetzänderungen, sei es in Fragen des Asylrechts oder der Inneren Sicherheit. Schäuble regierte das Innenministerium zum ersten Mal vom 21. April 1989 bis 26. November 1991. Schäubles Nachfolger wurde 1991 Rudolf Seiters, der 1993 schon wieder zurücktreten musste, nachdem Polizeibeamte auf dem Bahnhof von Bad Kleinen einen Terrorverdächtigen namens Wolfgang Grams erschossen hatten ( Das RAF-Phantom).Der Mann war nie rechtskräftig verurteilt worden, endete nach
den Aussagen einer Zeugin aber durch einen Kopfschuss der Polizei - also in
etwa so, wie sich das Schäuble seit 2007 für Terrorverdächtige vorstellt.
(Wobei man in Deutschland auch nicht aufgrund eines Urteils hingerichtet werden
kann.) Seiters' Nachfolger war Dr. Manfred Kanther. Genau wie Schäuble galt
auch er als »Law and Order«-Mann. Allerdings nur, wenn es nicht um ihn selbst
ging. Wegen seiner Verwicklung in die CDU-Parteispendenaffäre in Hessen stürzte
»Sheriff« Kanther um dieselbe Zeit ab wie Schäuble. Am 25. Januar 2000 legte
Kanther sein Bundestagsmandat nieder. Nicht weniger als 20,8 Millionen Mark
(rund 10 Millionen Euro) Schwarzgelder sollen auf seine Anweisung hin in die
Schweiz und nach Liechtenstein geschafft worden sein. Wo das Geld herkam, ist
bis heute ungeklärt. Nachfolger von Kanther wurde Otto Schily, eine schillernde
Figur, die im Laufe ihrer Karriere vom RAF-Verteidiger über die Grünen und die
SPD an den äußersten rechten Rand wanderte, was heutzutage möglich ist, ohne
die SPD zu verlassen. Ferner sprach er sich für die
Online-Durchsuchung von Computern aus und ließ es zu, dass beim G-8-Gipfel von
Heiligendamm verfassungswidrig Bundeswehrjets zur Überwachung von Demonstranten
eingesetzt wurden. Außerdem gab es in Heiligendamm Anzeichen, dass die Polizei
über eingeschleuste Provokateure selbst Krawalle angezettelt hatte. Darüber
hinaus plädierte Schäuble für die Einführung des Tatbestandes der Verschwörung
und entpuppte sich damit als oberster Verschwörungstheoretiker der Republik.
Ferner schlug er vor, sogenannten »Gefährdern« gegebenenfalls den Gebrauch von
Handys und Internet zu untersagen und/oder sie auch zu internieren.
In einem Spiegel-Gespräch vom 9. Juli 2007 plädierte er für die Hinrichtung von
Verdächtigen. Wüsste man zum Beispiel, »in welcher Höhle Osama Bin Laden sitzt, (...) könnte man eine ferngesteuerte Rakete abfeuern, um ihn zu töten«, schwadronierte Schäuble im Stil des braunen Stammtischs: »Die Amerikaner würden ihn mit einer Rakete exekutieren, und die meisten Leute würden sagen: Gott sei Dank.« »Exekutieren« bedeutet: Schäuble sprach hier nicht von einem militärischen Gefecht, sondern von einer Hinrichtung und bedauerte dann: »Die Rechtsfragen dabei wären völlig ungeklärt, vor allem, wenn daran Deutsche beteiligt wären. Wir sollten versuchen, solche Fragen möglichst präzise verfassungsrechtlich zu klären, und Rechtsgrundlagen schaffen, die uns die nötigen Freiheiten im Kampf gegen den Terrorismus bieten.« Mit »Freiheiten« meinte er die Freiheit, ohne Gerichtsverfahren und Beweise Menschen hinzurichten. Dabei wird Osama Bin Laden vom FBI nicht einmal wegen der Anschläge vom 11. September 2001 gesucht. Aber selbst wenn, handelte es sich trotzdem nur um einen Verdacht und nicht um das Ergebnis eines rechtsstaatlichen Verfahrens. Von der Fragwürdigkeit der Todesstrafe als Ergebnis eines solchen Verfahrens einmal ganz abgesehen. Die Frage ist: Für welche Welt plant Wolfgang Schäuble das eigentlich alles? Die deutsche Gegenwart kann er damit nicht meinen. Größere Terroranschläge hat es in Deutschland seit den Tagen der »RAF« nicht mehr gegeben. Der letzte angebliche »RAF«-Anschlag war der auf den Gefängnisneubau in Weiterstadt am 27. März 1993, wobei jedoch keine Menschen ernsthaft zu Schaden kamen. Erst 13 Jahre später, am 31. Juli 2006, habe der Terrorismus
in Deutschland angeblich wieder zuschlagen wollen, nämlich anlässlich der
sogenannten »Kofferbomben-Attentate«. Dabei waren in zwei Regionalzügen zwei
auffällig plazierte und vollkommen untaugliche »Bomben« gefunden worden, die
weder losgingen noch irgendwen verletzten. Das letzte Todesopfer durch
Terrorismus war in Deutschland vor 17 Jahren zu beklagen: Am 1. April 1991 kam
der Chef der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder, durch einen mit »RAF«
etikettierten Anschlag ums Leben. Unter dem Strich kann man also feststellen,
dass das Terrorismus-Problem in Deutschland statistisch gesehen nicht
existiert. Zum Vergleich: Im Straßenverkehr kamen 2006 5000 Menschen zu Tode
und 420000 wurden verletzt. Andere Beispiele: An Herz- und
Kreislauferkrankungen sterben in Deutschland pro Jahr etwa 400000 Menschen, an
Krebs 200000, an Autoabgasen 20000 und an illegalen Drogen 1500. Ärzte
befördern pro Jahr durch Pfusch 30000 Menschen vom Leben zum Tode. Und selbst
Bade- und Jagdunfälle fordern jedes Jahr 650 bzw, 50 Todesopfer. Die Frage ist natürlich, was die Terror-Hysterie dann soll.
Die Antwort: Die Schäubles, Schilys, und wie sie alle heißen, bauen bloß vor! Wie das? Ganz einfach: In den Regierungen in Deutschland, aber
auch anderswo, ist man mit den »Sozialreformen« und der Verfassungsdemontage
noch lange nicht am Ende. Im Gegenteil. Hartz IV und der Grundrechte-Kahlschlag
durch Leute wie Schily und Schäuble waren nur der Anfang. Je mehr man der
Bevölkerung die Daumenschrauben anzieht, umso mehr rechnet man damit, dass sie
sich wehren wird. Gerade die deutsche Bevölkerung hat dafür explizite
Verfassungsinstrumente zur Verfügung, zum Beispiel Art. 20 des Grundgesetzes,
der da lautet: »Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen,
haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht
möglich ist.« Womit wir wieder bei Wolf gang Schäuble wären. Dessen und seiner
Vorgänger Versuche, das Grundgesetz und die Grundrechte auszuhebeln, geraten in
gefährliche Nähe des Versuchs, wichtige Teile der Verfassung auszuhebeln oder
zu beseitigen. Gleichzeitig lässt die Politik es zu, dass weiten Teilen der
Bevölkerung die Lebensgrundlage entzogen wird (Stichworte Globalisierung,
Export von Arbeitsplätzen, Hartz IV etc.). Damit treten wir in eine
Verfassungs- und Wirtschaftskrise ein, die irgendwann auch den Eloi (Neupsrech: Bevölkerung)
nicht mehr verborgen bleiben wird. Und wenn diese sich wehrt, wird sie
feststellen, dass vor allem Schilys und Schäubles »Anti-Terror-Maßnahmen«
zwischen „Islamisten“ und Deutschen erstaunlicherweise überhaupt keinen
Unterschied machen. Sondern dass sie vielmehr verblüffend gut auf die »neue«
Situation passen werden, die entsteht, wenn man einem Volk die Lebensgrundlage
und die Freiheit entzieht. Und dann werden sich wehrende Bürger ganz einfach
als Terroristen deklariert und „behandelt“! Denn die Definitionshoheit über den
Artikel 20 wird natürlich bei den Herrschenden liegen und nicht bei den
Bürgern. Mein Vorschlag: Man sollte zunächst dringend über die „andere Abhilfe“
nachdenken! "Anti-Terror Konferenz" Schäuble zu Guantanamo Ich gebe zu, das Thema ist wieder sehr komplex und recht "sperrig". Darum sind hier noch mal einige Links, für den am "Erwachen" interessierten Eloi ;o)
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