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MikeTheSad
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MikeTheSad » blog » menschenhandel


     
09.03.2008 10:36

Der Menschenhandel - ein lukratives Geschäft...

Die Branche der Zeit- und Leiharbeit boomt

 

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es inzwischen über 4.500 Zeit- bzw. Leiharbeitsunternehmen mit über 8.500 Niederlassungen und ca. 700.000 Beschäftigten. Im Vergleich zu 1997 (mit 212.664 Beschäftigten) hat sich die Zahl der Zeitarbeiter in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht. Fachkreise rechnen bis zum Jahr 2010 mit einer weiteren Verdoppelung der Beschäftigten auf über 1.000.000. Allein in Bayern sind 1.500 Zeitarbeitsbetriebe mit über 100.000 Beschäftigten gemeldet.Der Menschenhandel ist wieder zum lukrativen Geschäft geworden


Aufgrund des sehr geringen Eigenkapitalaufwandes (kleiner Büroraum, Tisch, Telefon, Pinnwand und Notizzettel) ist es nicht gerade schwer, eine Zeitarbeitsfirma zu gründen und als Menschhändler ins Geschäft einzusteigen.Der Ertrag (oder besser: die Mieteinnahmen) dieser Firmen beläuft sich pro vermietete Arbeitskraft auf ca. 500 bis 1000 Euro im Monat.

Davon sind lediglich noch evt. Mietausgaben (Büroraum), Büroaufwandskosten und natürlich die hohen Bezüge (+ Provisionen) der sogenannten Personaldisponenten abzuziehen. Deutschlands größte Zeitarbeitsfirma Randstad mit über 45.000 Mitarbeitern setzte allein im Jahr 2006 1,3 Milliarden Euro um, dicht gefolgt von dem Unternehmen Adecco mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro. Die gesamte Sparte der Menschenhändler setzte im Jahr 2006 über 10 Milliarden Euro um. Der Adecco-Konzern mit weltweit über 700.000 Mitarbeitern, die in 70 Ländern tätig sind, kam letztes Jahr auf einen Gesamtumsatz von sage und schreibe 18,3 Milliarden Euro. Der Handel mit Menschen scheint hierzulande wieder geduldet und offensichtlich auch sehr lukrativ zu sein.

Die Propaganda der Zeitarbeitsfirmen und die Bundesagentur für Arbeit

Die Propaganda der Sklavenhändler wird immer dreister und verlogener. In den Stellenanzeigen ist meinst die Rede von"unbefristeten","sicheren" und "gut bezahlten" Arbeitsplätzen. Meist wird dem Stellensuchenden auch ein "Sprungbrett in die Arbeitswelt" vorgegaukelt.



Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Arbeitsverträge sind meist auf drei oder sechs Monate befristet, und man muß täglich damit rechnen, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Fakt ist auch, daß ca. 70 % aller Zeitarbeiter weniger als 3 Monate in den Zeitarbeitsunternehmen beschäftigt sind.

Und die Fakten zum angepriesenen "Sprungbrett in die Arbeitswelt" sehen auch anders aus. Denn fast 80 %der Zeitarbeiter werden eben nicht in den jeweiligen Kundenbetrieben in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Die Zusammenarbeit zwischen den Agenturen für Arbeit und den Zeitarbeitsfirmen ist der beste Beweis für die (gewollte!) Unfähigkeit unserer Arbeitsämter.

In der Regel meldet man sich bei den Agenturen für Arbeit nur noch arbeitslos und wird dann zeitgleich zu einer Zeitarbeitsfirma abgeschoben, die dann die eigentlichen Aufgaben der Arbeitsämter erledigt und dafür auch noch staatliche Zuschüsse bekommt.

Seit dem 1. April 2003 kann jeder Mensch ab dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit vom Arbeitsamtgezwungen werden, sich einer PSA zur Verfügung zu stellen. Eine PSA (Personal-Service-Agentur) ist eine Leiharbeitsfirma, die Arbeitnehmer im Auftrag der Bundesagentur zu Niedrigstlöhnen in befristete Arbeitsverhältnisse zwingt.Der unter Vertrag stehende Arbeitssklave muß sich im Gegensatz zu einer Festanstellung in den Kundenbetrieben (in die er vermietet wird) mit einererheblichen Beschneidung seines Nettolohnes, der Zuschläge für Sonn-,Feiertags- und Nachtarbeit, seines Urlaubsanspruches, des Bezugs von Weihnachts- und Urlaubsgeld und seines Kündigungsschutzes abfinden.

Des weiteren mindert sich natürlich der Anspruch auf Arbeitslosengeld bei Eintreten der Arbeitslosigkeit und auf den Rentenbezug im Alter, weil die Abführung der Beiträge in die Arbeitslosenversicherung und in die Rentenkasse (durch den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer) nach dem Stundenlohn berechnet wird. Dieser Stundenlohn beträgt in der Regel bei Hilfskräften zwischen 4,50 Euro und 7 Euro und bei Fachkräften zwischen 4,50 Euro und 9 Euro. Wobei der Sprung über 7 Euro selten der Fall ist.

An die abgeschlossenen Tarifverträge für die Zeitarbeitsbranche, wo unter anderem ein Stundenlohn von 7,38 Euro festgeschrieben steht, halten sich die wenigsten Zeitarbeitsbetriebe und/oder sind überhaupt nicht als Tarifpartner an die Tarifverträge gebunden. Laufende Tarifverträge werden so legal unterwandert und ausgehöhlt Zu der schlechten Bezahlung kommt oft noch ein häufiger Wechsel der Einsatzorte mit langen Anfahrtswegen hinzu, was eine regelrechte Zwangsmobilität erfordert und mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Zudem gelten Zeitarbeiter in den Kundenbetrieben auch als so etwas wie "Arbeiter zweiter Klasse".

Und die festangestellte Belegschaft eines Betriebes, in dem auch Zeitarbeiter arbeiten, wird bewußt von ihren eigenen Firmenchefs massiv unter Druck gesetzt. Denn "man" könnte ja jeder Zeit billigere Arbeitskräfte in beliebiger Menge bei den Zeitarbeitsfirmen ordern. Tatsache ist auch, daß die Leihbetriebe die Zeitarbeit nicht mehr (wie ursprünglich gedacht) zum Ausgleich von Produktionsspitzen einsetzen, sondern um Löhne zu drücken, soziale Mindeststandarts zu unterlaufen, Tarifverträge auszuhöhlen und Beschäftigte gegeneinander auszuspielen.

Seit 2004 dürfen nämlich Zeitarbeiter unbefristet lange an den gleichen Kundenbetrieb verliehen werden. Es ist nicht selten der Fall (vor allem in der Industrie und im Dienstleistungsgewerbe), daß in einem Betrieb mehr Zeitarbeiter als festangestellte Mitarbeiter beschäftigt sind. Die oft gehörte Behauptung, daß Zeitarbeitsfirmen neue Arbeitsplätze schaffen, ist natürlich reine Stimmungsmache und totaler Blödsinn!

Es werden vielmehr feste, sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze von diesen Firmen vernichtet und von Billiglöhnern ersetzt! Das beste Beispiel hierfür ist die Verlagerung von zehntausenden Telekom-Mitarbeitern in sogenannte Service-Gesellschaften, die im Grunde nichts anderes als einen Zeitarbeitsbetrieb darstellen und nur dazu dienen, die vorher festangestellten Mitarbeiter entlassen zu können und zu weitaus billigeren Konditionen über die oft betriebsinternen Service-Gesellschaften wieder einzustellen.

Zeitarbeit bedeutet die Abschaffung fast aller arbeitsrechtlichen Sicherheiten und der dringend notwendigen sozialen Sicherheit der Arbeitnehmer hierzulande.

Zudem zwingt die Zeit- und Leiharbeit den Arbeitnehmer, sich regelrecht zu jedem Preis zu verkaufen. Es soll mit der Expansion der Zeitarbeit amerikanische Verhältnisse aufgebaut werden, wo es eben keine festen, sicheren und gut bezahlten Arbeitsplätze mehr gibt. Mann will den kleinen Mann dazu zwingen, mehreren Jobs nachzugehen, mit denen er sich gerade noch über Wasser halten kann. Um diese Zustände zu erkennen, braucht man lediglich etwas GESUNDEN Menschenverstand. Lohndumping, Sozialraub und Ausbeutung sind weitere Indizien für die Macht der neuen Weltordnung und nur EIN weitere Baustein im globalen Krieg gegen die Menschheit!




Die Lohnsklaven (Bericht von Phoenix)


Mindestlöhne (Bericht von X-3 / NDR)



extra3 - Die Durchschnittsfamilie: Mindestlohn


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