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MikeTheSad
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12.07.2008 14:28

Die Gehirnwäsche einer Nation & die Konsumenten-Demokratie

Dieser Blog beschäftigt sich mit der Geschichte von Edward Bernays, welcher der Vater des Marketing und der Public Relations genannt wird. Damit will ich zeigen wie unsere Gesellschaft manipuliert und gesteuert wird, OHNE dass wir merken was mit uns passiert.



Geboren in Wien am 22 November 1891 war er der Neffe von Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse. Von seinem Onkel hatte er sehr viel über die Psyche des Menschen gelernt und er wendete dieses Wissen auf eine ganz neue Art an. Er entwickelte seine Kampagnen zur Meinungsmache auf Basis von Massenpsychologie. Bernays argumentierte: "Wenn wir den Mechanismus und die Motive des Gruppen-Denkens verstehen, ist es jetzt möglich die Massen, ohne deren Wissen, nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern".

In seinem bekannten Buch „Propaganda“, dass übrigens als Vorbild für Joseph Göbbels und seiner nationalsozialistischen Propaganda diente, schrieb er:

"
Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen größtenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist. Große Menschenzahlen müssen auf diese Weise kooperieren, wenn sie in einer ausgeglichen funktionierenden Gesellschaft zusammenleben sollen. In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren."

So eine offene und entlarvenrende Aussage vom Erfinder der Propaganda über die Funktionen, wie man Menschen manipuliert ist schon unglaublich. Eines der effektivsten Experimente die Bernays gelungen ist und wodurch er seine Karriere in Amerika startete und damit berühmt wurde war, wie er die Frauen zum Rauchen brachte.




Wir schreiben das Jahr 1920 in New York. Für Frauen war bis dahin das Rauchen völlig tabu. Einer seiner ersten Kunden Georg Hill, Präsident der American Tobacco Corporation beauftragte Bernays dieses Tabu zu brechen.

Er sagte:
Wir verlieren die Hälfte unseres Marktes, weil Männer ein Verbot für das Rauchen der Frauen in der Öffentlichkeit ausgesprochen haben. Können Sie etwas dagegen machen?“. Bernays sagte darauf: „Lassen Sie mich darüber nachdenken“. Und dann sagte er „Darf ich einen Psychoanalytiker konsultieren um heraus zu finden was Zigaretten für die Frauen bedeuten?“. Worauf er den bedeutendsten Psychoanalytiker der Zeit Dr. A. Brill anrief und um Hilfe bat. Für ein grosses Honorar sagte dieser dann Bernays, die Zigarette ist für die Frau ein Symbol des Penis und ein Zeichen von männlicher sexueller Potenz. Er sagte noch, wenn sie einen Weg finden die Zigarette und die Herausforderung der männlichen Macht miteinander zu verbinden, dann würden Frauen rauchen, weil sie dann einen eigenen Penis haben würden.

Jedes Jahr findet in New York am Ostermontag eine grosse Parade statt wo tausende teilnehmen. Bernays entschied dort ein Ereignis zu inszenieren, um Dr. Brill's Vorschlag in die Tat umzusetzen. Er überredete eine Gruppe von reichen Debütantinnen aus bester Gesellschaft, Zigaretten unter ihren Röcken zu verstecken, an der Parade teilzunehmen und bei einem Signal von ihm die Zigaretten auf dramatische Art und Weise anzuzünden und zu rauchen.
Dann informierte Bernays die Presse und sagte, er hätte gehört eine Gruppe von Suffragetten würde eine Demonstration vorbereiten, in dem sie etwas anzünden würden was sie „Fackeln der Freiheit“ nennen. Er wusste es würde einen Aufschrei geben und er wusste die Fotografen würden dort sein um diesen Moment festzuhalten. Den passenden Slogan „Fackeln der Freiheit“ hatte er ja schon als Schlagzeile den Journalisten vordiktiert.

So jetzt haben wir ein Symbol, junge Frauen die in der Öffentlichkeit rauchen, und auf der anderen Seite diesen Satz, mit dem jeder der für die Gleichberechtigung ist, die Frauen in der folgenden Debatte natürlich unterstützen muss. Wir haben hier Emotionen, eine erinnerungswerte Aktion und einen rationalen Spruch, alles zusammen.

Am nächsten Tag wurde über dieses inszenierte Ereignis nicht nur in den Zeitungen von New York berichtet, sondern überall in Amerika und auf der ganzen Welt. Von diesem Moment an gingen die Verkäufe der Zigaretten bei den Frauen in die Höhe und die Zigarettenindustrie war mit Bernays äusserst zufrieden. Er machte das Rauchen für die Frauen in der Gesellschaft mit einem symbolischen Akt akzeptable.

Was Bernays schaffte war die Vorstellung, wenn Frauen rauchen, dann wären sie stark und unabhängig, eine Idee die bis heute anhält. Er realisierte damit, dass es möglich war Menschen zu einem irrationalen Handeln zu bewegen, wenn man ein Produkt mit emotionalen Wünschen,
Begierden und Gefühle verbindet. Die Idee das Rauchen die Frauen frei macht ist selbstverständlich völlig irrational, aber es gab ihnen das Gefühl unabhängig zu sein. Tatsächlich ist ja das Gegenteil der Fall, weil man durch das Rauchen Nikotinsüchtig wird und dadurch abhängig und eben weniger frei ist. Aber der angewendete psychologische Trick bedeutete, dass irrelevante Objekte zu einem starken emotionalem Symbol verwandelt werden konnten, wie man damit in den Augen der anderen gesehen werden möchte.

Was Bernays erkannte war, man verkauft nicht Produkte an den Intellekt, "Du musst dieses Auto kaufen weil es das Beste ist", sondern "Du solltest dieses Auto haben weil Du Dich damit gut fühlst". Du brauchst diese Schuhe nicht, du fühlst dich besser mit diesen Schuhen. Er erfand die Vorstellung einer emotionalen Verbindung zu einem Produkt oder einer Dienstleistung.

Was Bernays erreichte war total faszinierend für die Amerikanische Industrie, denn er bot ihnen die Lösung zu einem Problem an. Wovor sie nämlich grosse Angst nach dem 1. WK hatten war die Überproduktion durch die Einführung des Fliessbandes. Es würde ein Punkt erreicht werden, wo zu viele Produkte auf dem Markt wären, die Menschen aber alles was sie benötigten bereits hätten und nichts mehr kaufen würden.


Bis 1920 wurden Produkte allgemein an die Massen auf der Basis von Notwendigkeit verkauft. Produkte wurden angepriesen weil sie funktionell und langlebig waren. Das sorgte aber jetzt nicht mehr für genügend Absatz und es mussten neue Bedürfnisse geweckt werden. Die Industrie realisierte, sie müsste jetzt die Art und Weise wie die Öffentlichkeit über Produkte dachte verändern, sie mussten Amerika von einer Notwendigkeit- zu einer Begierde-Gesellschaft umgestalten. Die Menschen müssten trainiert werden neue Sachen zu wünschen, bevor die alten verbraucht oder abgenutzt waren, dann würden viel mehr Produkte gekauft werden und sich die Überproduktion erledigen. So schafften sie eine neue Mentalität in Amerika, welche die Begierden und Wünsche des Menschen, die Notwendigkeit des Menschen überschattete. Und der Mann im Zentrum dieses Wandels der Mentalität war Edward Bernays.

Die Konsumenten-Demokratie


Im Jahre 1938 entwickelte Bernays die Vision einer zukünftigen Welt, wo der Konsument König sein würde. Er nannte es die Konsumenten-Demokratie, eine Gesellschaft wo die Bedürfnisse und Begierden der Menschen durch Firmen und den freien Markt erkannt und erfüllt würden. Konzerne wären dann der Mittelpunkt der Gesellschaft, welche auf alle menschlichen Wünsche, Besorgnisse, Ängste und Bedürfnisse reagieren und rein durch ein markwirtschaftliches System gedeckt wären. Es gab damals die Einstellung, dass die Marktwirtschaft nicht durch Ideologien beeinflusst ist, oder durch politische Macht, sondern einfach nur durch den Willen der Menschen. Dies war ein Modell von Demokratie welches auch die Politiker übernahmen um an die Macht zu kommen und eigentlich das Modell unserer heutigen westlichen Gesellschaft. Die Politiker fingen an, dieselben Techniken welche von der Industrie entwickelt wurden um die Begierden der Menschen zu lesen, in ihre Politik zu benutzen und glaubten Bernays Behauptung, dies wäre eine bessere Form der Demokratie.

Insgeheim glaubte Bernays nämlich nicht, dass die wahre Demokratie jemals funktionieren würde. Er war sehr stark durch seines Onkels Theorien über die menschliche Natur beeinflusst. Freud glaubte das Menschen nicht durch den rationalen Geist, sondern nur durch primitive, unbewusste Bedürfnisse und Gefühle gesteuert wären. Bernays meinte deshalb, dies bedeutet es wäre viel zu gefährlich die Massen zu erlauben jemals Kontrolle über ihr eigens Leben zu bekommen. Mit seinem Konsumerismus könnte man den Menschen die Illusion der eigenen Kontrolle gegeben und gleichzeitig der Elite ermöglichen die Gesellschaft tatsächlich zu kontrollieren und zu steuern. Nicht die Menschen hatten die Kontrolle, sondern die Bedürfnisse der Menschen hatten die Kontrolle.



Die Menschen haben dabei überhaupt keine Entscheidungsfreiheit in dieser Gesellschaftsform. Die Demokratie wurde von etwas was einen aktiven Bürger voraussetzt, auf etwas reduziert was darauf aufbaut, die Öffentlichkeit besteht nur aus passiven Konsumenten. Tatsächlich gab man den Menschen nur „Hundekuchen“ als Motivation und Belohnung, ein Demokratie-System getrieben durch die unbewussten Gefühle der Massen, die durch Konsum zufrieden gestellt wurden.

Politiker übernahmen diese Idee, welche die Industrie propagierte und benutze, ein System erfunden um die Gedanken der Konsumenten zu lesen. Es war die Basis für DEREN neue Demokratie. Also machten sie genau das was die Wirtschaft erfolgreich vor ihnen umgesetzt hatte, sie organisierten Fokus-Gruppen, eine ausgewogene und typische Auswahl an Menschen aus der Öffentlichkeit, hörten sich an was die zu sagen hatten und schrieben ihre politischen Programme entsprechend passend dazu. Dies funktionierte hervorragend um Wahlen zu gewinnen, aber funktionierte überhaupt nicht später beim Regieren. Was ganz fantastische Resultate hervorbrachte um das richtige Produkt zu entwickeln, welches die Leute wollen und kaufen, brachte die Politiker in ein verwirrendes Labyrinth an gegenseitig widersprechenden Programmen.

Das Problem welches sich durch eine Fokus-Gruppen-Politik ergibt ist das Menschen irrational und widersprechend sind.
Sie wollen niedrigere Steuern zahlen, aber gleichzeitig mehr Leistung vom Staat haben. Man hat als Politiker ein unüberbrückbares Problem wenn man nur auf die individuellen Meinungen der Massen hört, welche sich dauernd ändern und keine Zusammenhänge kennt. Wenn man den Menschen nur mit dem füttert was sie sowieso schon glauben das sie benötigen, endet man mit einer Politik die völlig chaotisch ist oder man hat gar keine Politik. Diese Form der Politik wurde aber immer populärer, weil sie half Wahlen zu gewinnen. Nur das zählt in den Augen der Politiker, wie komme ich an die Macht, was danach passiert interessiert sie nicht mehr. Das beste Beispiel wie man erfolgreich Wahlen gewinnt, die Menschen total begeistert und dann einen Scherbenhaufen nach dem anderen hinterlässt und im Regieren total versagt ist die Amtszeit von Tony Blair in Gross Britannien. Es ist das Musterbeispiel einer Konsumenten-Demokratie nach Bernays. Blair übernahm diese Idee komplett, erzählte den Menschen und jeder Gruppe was sie hören wollten, präsentierte sich als Retter der Labor-Party (New-Labor), gewann haushoch die Wahlen, wurde als Sunny-Boy bejubelt, verstrickte sich aber in seiner Regierungszeit total in konzeptlose und widersprüchliche Programme die versagten, versuchte mit unglaublichen Propagandatricks (Spin) das Versagen zu kaschieren, führte dann um von seinem Versagen noch mehr abzulenken das Land in Kriege und baute den Popanz „Terrorismus“ auf, basierend auf gigantischen Lügen zur Verbreitung von Angst und Schrecken. Aber alles hat nichts genützt, die Lügen wurden durchschaut und er wurde von eigenen Parteigenossen zum Rücktritt gezwungen, weil er in der Bevölkerung überhaupt kein Ansehen mehr hatte und der Labor-Partei mehr schadete als nützte. Genau den gleichen politischen Weg hat sein Busenfreund Bush eingeschlagen und ebenfalls total versagt.


Was aber benötigt wird sind Politiker die eine klare Vision haben, an welche die Menschen glauben können. Politiker müssen das machen was die Masse selber nicht tun kann, ein politisches Programm entwickeln und die entsprechenden Führungsqualitäten haben um sie konsequent umzusetzen. Politiker haben die Aufgabe ein grösseres Bild der Gesellschaft zu formulieren und eine positive Zukunft zu zeigen. Sie müssen die sozialen und wirtschaftlichen Probleme als ganzes lösen und langfristig agieren, auch wenn sie einzelnen Interessengruppen auf die Füsse treten. Um das zu tun müssen sie aber an den Wähler appellieren ausserhalb seiner egoistischen Selbstinteressen zu denken.

Dies würde aber bedeuten, die weit akzeptierte Freudsche Menschensicht anzugreifen, die den Menschen als
instinktgetriebenes Individuum sieht, was eine Sicht des Menschen ist, wie die Konzerne ihn gerne haben möchten und fördern, weil es den idealen Konsumenten für sie darstellt. Durch die jahrzehntelange Bearbeitung durch die Wirtschaft mit Werbung und Propaganda glauben und meinen wir, dass wir frei sind. Tatsächlich sind wir Sklaven unserer eigenen Begierden geworden. Wir haben vergessen, dass wir mehr sein können, dass es eine andere und bessere Seite der menschlichen Natur gibt.



Hier haben wir also zwei Betrachtungsweisen des Menschen und der Demokratie. Wir haben die Sicht, dass Menschen völlig irrational handeln und nur ein Bündel von unbewussten Emotionen sind. Diese Idee stammt direkt von Freud und Konzerne sind spezialisiert darauf zu antworten, dafür haben sie alle Sinne und Fähigkeiten geschärft und das ist eigentlich um was es beim Marketing geht. Was sind die Symbole, die Bilder, die Wörter auf die das Unterbewusstsein des Konsumenten reagiert?

Politik muss aber mehr sein. Bei der politischen Führung muss es darum gehen die Menschen zu Diskussionen und Meinungsäusserung zu motiviere, was ist das Beste für die gesamte Gesellschaft. Wenn es nicht das ist, wenn es nach Freud geht, wenn es nur darum geht, dass die Politik die gleichen unbewussten Gefühle anspricht wie es die Wirtschaft tut, warum lassen wir dann nicht Konzerne OFFIZIELL die Staaten regieren und die öffentliche Verwaltung
(noch mehr Privatisierung) führen? Sie können es viel besser, denn die Konzerne sind schliesslich im Geschäft der Gefühle.



Weil die Menschen nicht die Wahrheit verkraften, nicht hören wollen wie das System sie manipuliert, nur in der Gesellschaft leben wollen die ihnen vorgegaukelt wird, werden sie von einer kleinen Elite Herrenmenschen über die Medien gesteuert, wie Schafe.


Wenn sie das erst mal begreifen würden, müssten sie sofort Konsequenzen ziehen, Entscheidungen treffen, ihr Leben ändern, aber die Mehrheit ist zu feige dazu. Sie stecken lieber den Kopf in den Sand, wollen nichts wissen oder meinen es betrifft sie nicht.


Der Mensch ist ein notorischer Lügner und er belügt sich selber am meisten...






Für weitere Informationen bitte hier grinsen:


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